Die richtigen Fragen stellen

"Wer führt, gewinnt" ist eine alte Verhandlungswahrheit. Beim Leiten von Projekten geht es nicht ums Gewinnen. Aber um Erfolge.

 

Erfolge stellen sich dann ein, wenn der Projektprozess klar ist. Der Prozess läuft in zwei Dimensionen ab, die sich mit den Fragen "Wie" und "Was" beschreiben lassen.

Mood: Lenkrad
Bild: morgueFile

"Wir machen das wie immer" ist nur dann eine gute Idee, wenn klar ist, welche Methoden und Arbeitstechniken das genau meint. Aber genau das ist oftmals nicht klar. "So wie immer" heißt oft "so ungeklärt wie immer". Projekte schleifen vor sich hin, weil die Grundfragen an das Projekt nicht geklärt sind.

  Vorher Jetzt Später
Wie?      
Was?
 

Wie läuft's?

Die Frage nach der Zusammenarbeit, also nach dem Wie, wird über SetUps, Retrospektiven, Reviews oder Previews beantwortet. Dabei ist die Frage in allen Zeitbetrachtungen zu stellen:

  • Wie ist es bisher gelaufen? 
  • Wie läuft es gerade?
  • Was möchten wir erhalten / ausbauen? Was machen wir zukünftig anders?

Erfasst man rhythmisch und verbindlich die Gruppenentwicklung und setzt positive Impulse für die Zusammenarbeit, wird aus der Gruppe ein Team.

Alle agilen Methoden integrieren die Fragen nach der Zusammenarbeit fest in den Methodenkanon (z.B. SCRUM Retrospektive, Kanban Review). PRINCE2 als typische Wasserfall-Methode setzt auf "Lessons learned". Im Projektalltag wird gerade diese Frage gerne ausgelassen. 

Projekte scheitern an fehlender Kommunikation im Team

Das mag darin begründet sein, dass Software-Entwickler die Auswirkungen von (Nicht-) Kommunikation unterschätzen bzw. bewusst meiden. So suggeriert es Robert C. Martin in The Clean Coder

"Most of us got into programming because we prefer to deeply focus on sterile minutia, juggle lots of concepts simultaneously, and in general prove to ourselves that we have brains the size of a planet, all while not having to interact with the messy complexities of other people"

Die Rolle des Projektmanagers (wie in Projekte leiten, nicht organisieren beschrieben) ist die Rolle eines Kommunikators, der die Ein- und Durchführung von Projektmethoden zur Optimierung von Projekten steuert. (Die Art der Steuerung verändert sich im Laufe der Teamentwicklung).

Was machen wir?

Es ist für das Projekt zu klären, warum und was gemacht werden soll. Dafür nutzen Projektteams KickOffs, Statusberichte und -meetings, Backlogs, StandUps, Kennzahlen, Burn-Down-Charts oder Restaufsschätzungen. 

Projekte scheitern an fehlender Kommunikation über die Aufgabe

Sowohl Wasserfall- als auch agile Methoden kennen viele Methoden zur Erfassung und Feinspezikation von Aufgaben. Vielen Projektteams ist es eigen, dass sie ohne "viel Gerede" in die Implementierung starten möchten. Hier ist es die Aufgabe des Projektmanagements, alle Team-Mitglieder auf das Ziel und die Aufgabe zu fokussieren. Das Team braucht regelmäßige Methoden, um zu klären, 

  • was bereits geleistet wurde (dafür braucht's eine gute "Definition of Done")
  • was aktuell bearbeitet wird und
  • was noch anliegt.

Dies erfolgt in den Dimensionen Abgleich mit ZielsetzungAufgabe, Risiko und Aufwand. Während Wasserfall-Methoden für Aufwand eher in der Währung "Zeit" rechnen, versuchen agile Methoden sich der Thematik u.a. über "Komplexität" zu nähern.

 

Wer die Fragen "Wie" und "Was" klärt, wird Projekte erfolgreich gestalten. Diese Fragen werden effizient und risikominimierend im konkreten Gespräch geklärt. Tools und Listen ersetzen das Gespräch nicht - diese lassen manches Risiko weiter schlummern.

 

Dieser Blog-Post ist ein privater Beitrag von Judith Andresen.


 

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