Vertrauen ist eine Vorleistung, kein Bonus
- Judith Andresen

- 20. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Juli
Moin, liebe Newsletter-Leser*innen,
"wir setzen auf Vertrauen" klingt vielleicht gefühlsduselig oder nach Unprofessionalität. "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" ist in vielen Organisationen gelebter Alltag. Auf Vertrauen zu setzen, lohnt sich. Es reduziert Komplexität + macht Handeln unter Unsicherheit möglich. Fehlt Vertrauen , geht die Energie in Absicherung. Ist es da, geht sie in die Arbeit. Gute Erkenntnisse!
Niklas Luhmann fasste Vertrauen schon 1968 nüchtern als Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität: „Wer Vertrauen erweist, nimmt Zukunft vorweg. Er handelt so, als ob er der Zukunft sicher wäre" Vertrauen ist Vorleistung, kein Bonus: Ich entscheide, als sei die Unsicherheit schon aufgelöst + spare die Energie, die sonst in Absicherung geht.
Die Pew Research zeigt schwindendes Vertrauen in die Intitutionen: „the current measure is one of the lowest in the nearly seven decades since the question was first asked". 1964 vertrauten 77 % der US-Regierung, heute sind es 17 %.
Auch untereinander schwindet das Vertrauen: nur noch rund ein Drittel der US-Amerikaner*innen stimmt der Aussage „most people can be trusted " zu. 1972 war es fast die Hälfte.
Der Edelman Trust Barometer 2025 erklärt dieses Mißtrauen mit Groll. 61 % tragen „a moderate or high sense of grievance, defined by a belief that government and business make their lives harder and serve narrow interests".
Misstrauen ist also auch ein Vorwegnehmen der Zukunft, nur mit negativen Vorzeichen. Nur 36% der internation Befragten glauben an eine bessere Zukunft der nächsten Generation. In Deutschland liegt der Groll mit 69% sogar über dem globalen Wert von 61%.
Mehr Vertrauen ist ein Gewinn für alle, wenn die Ergebnisse Paul Zaks von Organisationen auf die
Gesellschaft übertragbar sind: „Employees in high-trust companies are more productive, are more satisfied with their jobs, put in greater discretionary effort, and even are healthier than those working in low-trust companies".
Vertrauen ist ein messbarer Leistungsfaktor, Zak misst bis zu 50 % mehr Produktivität in Organisationen mit hohem Vertrauen. Eine Vertrauenskultur zu etablieren, lohnt sich also.
Stephen M. R. Covey bestätigte diese ökonomisch Sicht: „When trust goes up, speed goes up and
cost goes down". Niedriges Vertrauen ist teuer, hohes Vertrauen ist ertragsreich.
Vertrauen lässt sich nicht befehlen, es erlernt sich Schritt für Schritt, wie Judith Andresen im Artikel "Vertrauen erlernt sich Schritt für Schritt" erläutert: "Eine über Lernzyklen gesicherte Einführung [von Vertrauensurlaub /-zeiten] wird Euch die erwünschten Erkenntnisse und Benefits bringen".
Auf diesem Weg ins Vertrauen können Tabus im Wege stehen. In „Wenn ‚Das erzähle ich Dir im
Vertrauen' Deine Führung lähmt" zeigt Judith, dass der Tuschel-Reflex Führung blockieren kann + wie sich Organisationsmitglieder kraftvoll aus Tabus + Schweigen lösen + echtes Vertrauen erfahren können.
Gutes Vertrauen + den Mut für viele, kleine Vertrauensvorschüsse
wünscht im Namen des gesamten BJA-Teams
Judith
P.s.: Alle Termine unserer MasterClasses und Ausbildungen findest Du auf unserer Terminseite.









