Mein Beitrag zum Mozart-Jahr: Così fan tutte

"Wir sind überfallen worden", sagte Mrs. Ransome. "Es ist eingebrochen worden", korrigierte Mr. Ransome. In Häuser wurde eingebrochen, Personen wurden überfallen.

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Eine englische Mittelstandsehe seziert Allan Bennett in seiner Geschichte "Così fan tutte". Die Ransomes waren in der Oper, sie sahen das Mozart-Stück. Mozart nimmt eine wichtige Rolle im Leben der Ransomes ein. Die Musikstücke des österreichischen Musikers werden regelmäßig gehört. Dies gehört zum geordneten Leben des Ehepaares.

Als sie nach einem Opernbesuch nach Hause kommen, ist ihre Wohnung vollständig ausgeräumt. Die Räume sind leer - alle Teppiche und Möbelstücke, einfach alles, auch die Zahn- und Klobürste, ist nicht mehr da , der gesamte Hausstand ist weg. Die Ransomes gehen mit diesem Einschnitt sehr unterschiedlich um. Während Mrs. Ransome sich in kleinen Schritten der Welt neu annähert, also neue Dinge entdeckt und entdecken möchte, sehnt sich Mr. Ransome nach seiner beschaulichen, geordneten Welt zurück.

Selbst als ihre Wohnungseinrichtung wieder "auftaucht", können die beiden nicht in ihr altes Leben zurückkehren. Die Welt ruft zu sehr nach Mrs. Ransome, das alte Leben zerrt zu sehr an Mr. Ransome.

Kurzweilig und anregend nimmt Allan Bennett, Jahrgang 1934, das Eheleben auseinander. Dabei gelingt ihm eine erschreckend schöne Beschreibung der ehelichen Spießigkeit, die mit sehr viel hintergründigem - britischen - Humor geschildert wird.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

 

Dieser Blog-Post ist ein privater Beitrag von Judith Andresen.