
Das letzte Wochenende verbrachte ich in Nordfriesland, genauer: in der Hattstedter Marsch, noch genauer: im Hotel Arlau-Schleuse.
Die Farben in und über der Marsch waren atemberaubend.

Die Farben in und über der Marsch waren atemberaubend.
Und es war dort - direkt hinter den Deichen - recht verloren. (Mit Dank an Olaf fürs Bild.)
Während ich dort weilte, gingen mir deswegen immer wieder zwei Dinge durch den Kopf. Leise summte ich "Hoch im Norden, hinter den Deichen...", und ich erinnerte mich an die "Sturmflut-Bilder" von
Emil Nolde, welche diese unglaublichen Farben perfekt zeigen.
Udo Lindenberg: Hoch im Norden
© 1972, LP: "Daumen im Wind"
Hoch im Norden, hinter den Deichen bin ich geboren.
immer nur Wasser, ganz viele Fische,
Mövengeschrei und Meeresrauschen in meinen Ohren.
und mein Vater war Schipper, der fluchte wenn Sturm war,
dann konnt` er nicht raus auf See.
dann ging er zu Herrn Hansen, der der Chef vom Leuchtturm war
und der sagte: keine Panik auf der Titanic,
jetzt trinken wir erst mal einen Rum mit Tee
Und ich verbrachte meine Tage am Nordseedünenstrand,
bin jahrelang tagtäglich am Deich entlang gerannt.
und meine Mutter brachte jeden Tag und freitags ganz besonders
Muschelzeug und Fisch auf den Tisch.
Ja es war ja auch ganz schön und das Klima ist gesund
und doch hab ich mir gedacht:
hier wirst Du auf die Dauer, nur Schipper oder Bauer,
hier kommt man ganz allmählich auf den Seehund.
und als ich so um 16 war, da hatte ich genug,
da nahm ich den nächstbesten nach Süden fahrenden Zug
Nun sitz ich hier im Süden und so toll ist es hier auch nicht.
und eine viel zu heiße Sonne, knallt mir ins Gesicht.
nein das Gelbe ist es auch nicht
und ich muß so schrecklich schwitzen.
ach wie gern würde ich mal wieder
auf einer Nordseedüne sitzen.