Eine Leserin antwortet.

In der aktuellen Ausgabe der Titanic fand sich in einem Brief an die Leser (*), der sich mit viel zu lesenden Texten über südliche Kaffee-Genüsse in Deutschland auseinandersetzte, folgende Aufforderung : "Schreibt statt dessen mal lieber, an welchen geheimnisvollen Orten es in Deutschland noch einen schönen Filterkaffee gibt."

Ich bin kein Journalist, aber als J. weiß ich einen guten Filterkaffee zu schätzen. Die folgenden Photos dokumentieren die Erstellung eines Filterkaffees in Louisenlund (Norddeutschland) - ein sehr geheimnisvoller Ort. Das Herrenhaus und die Parkanlage wurden von einem Freimaurer geplant & gebaut. .

Kaffee-Bohnen (Detailbild)
Kaffee aus der Teehandlung Frank Franken

Der Bekömmliche: "Speziell ausgesuchte milde Kaffeesorten aus Mittelamerika geben diesem Kaffee sein feines Aroma. Er ist besonders bekömmlich und das bei vollem Koffeingehalt."

(Sagt Frank Franken's Teehandlung, welche auch mit Kaffee handelt. - Und recht hat der Herr Kock (Inhaber des Geschäfts): dieser Kaffee ist sehr lecker!)

Für einen Filterkaffee braucht man: einen Filter, eine Kanne, eine Filtertüte (alles Melitta), Kaffee & Salz.

Natürlich gibt es in diesem Haushalt nicht nur etliche Schneebesen, sondern auch Filter in diversen Größen für die verschiedensten Anlässe: heute soll es eine Tasse Kaffee werden; also muss der kleine Filter ran!

 Kaffee (nicht zu fein, nicht zu grob) mahlen, Kaffee in die leicht angefeuchtete Filtertüte (im Filter) geben, eine Prise Salz obenauf, danach das (nicht mehr kochende) Wasser darüber.

Mit dem ersten Schwung Wasser den gesamten Kaffee begießen, danach immer mal nachgießen. -

Fertig ist der gefilterte Kaffee-Genuß!

(*) Deutsche Stil- und Genußjournalisten!

Seit Jahren versucht Ihr schon, uns in immergleichen Artikeln die verschiedenen italienischen, spanischen oder portugiesischen Kaffeevariationen näherzubringen. Es ist aber gar nicht mehr nötig, sondern im Gegenteil extrem kalter Kaffee, uns stets von neuem in verschwörerischen Kennerton zu erzählen, daß man dort im Süden ganz unterschiedliche Namen für die verschiedensten Mischungen aus Kaffee, Wasser, Milch, Milchschaum, Zucker und ggf. Schnaps bereithält; Sätze wie "Es genügt nämlich nicht, einfach "Einen Kaffee bitte!" zu bestellen", wie zuletzt wieder in der Welt gelesen, können daher ersatzlsos entfallen. Auch weiß inzwishcen jeder über das "Geheimnis der Crema" oben auf dem Espresso genauestens Bescheid und spuckt diese dehalb weiter über den Tsich, sobald er die Phrasen "sündhaft süß" oder "schwarz wie die Nacht" nur ein einziges Mal noch lesen muß.

 

Schreibt statt dessen mal lieber, an welchen geheimnisvollen Orten es in Deutschland noch einen schönen Filterkaffee gibt!


(aus: Titanic, Heft 320, 27. Jahrgang (06/2006), S. 15, Titanic Verlag GmbH, Berlin)

 

Dieser Blog-Post ist ein privater Beitrag von Judith Andresen.