Stapelabarbeitung

In der letzten Zeit stand hier wenig über Bücher, die ich gelesen habe. Dennoch stapeln sich Bücher auf dem Haufen "(Weiter) Verschenken" bzw. vor dem Regal (Aufbewahren). Auf diesem Wege also eine Kurzzusammenfassung des Erlesenen... Die Reihenfolge ist nicht chronologisch, sondern ist ein Weg der Erinnerung:

  • Chris Anderson: "The Long Tail", gute Zusammenfassung vieler Statements, die ich in letzter Zeit so wahrgenommen habe. Aber dennoch: amerikanisch zirkulär und daher für mich zum Teil laaaaaaaaaangweilig. Momentaufnahme zum Buch in meinem Blog zum Thema lange Damenhosen - ein Teil des Long Tails.
  • Marlen Haushofer: "Die Wand", Wiederholungsleserin, immer wieder das selbe Urteil: präzise, klar, beeindruckend, verstörend, fazinierend, in den Bann ziehend
  • Radek Knapp: "Herrn Kukas Empfehlungen", amüsant, ehrlich, dennoch ironisch, eine lesenswerte Erklärung, wie polnische Gelassenheit in Wien strandet. Irgendwie auch ein Buch über erwachsener werden. Fein. Ist kurz und sollte an einem Wochenende gelesen werden. Kompakte Wahrnehmung wird das Werk unterstreichen.
  • Udo Haeske: "Erfolgreich telefonieren im Beruf", Seminarvorbereitung erforderte Wissensauffrischung. Tat gut. Las sich nett. Überzeugt durch wenige Worte, großen Zeilendurchschuss und viele Bilder. Könnte noch komprimierter daher- und mit der Hälfte der Seiten auskommen.
  • Geoffrey A. Moore: "Crossing the Chasm", noch mehr eher Berufliches. Sehr interessant. Lesebefehl.
  • Michael Schmidt-Salomon, Helge Nyncke: "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel. Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen", wollte die Aufregung um ein Kinderbuch nachvollziehen und konnte es nicht. Im Prinzip ein Buch gegen Fundamentalismus und generelle Aussagen. Bis zur letzten Seite. Da wird dann noch radikal aufgeräumt und Gott komplett abgeschafft. Ohne die letzte Seite fände ich das Buch gelungen. Aber der Wind, der um das Buch gemacht wird / wurde, ist nicht gerechtfertigt.
  • Jonathan Stroud: "Das Amulett von Samarkand. Bartimäus", banal, anstrengend zu lesen, voraussehbar, wenn's nicht weitergeht, wird eine neue Eigenschaft des Helden erfunden, stilistisch ... puuh, man müsste mal gucken, ob das Original auch schon so ist oder ob der Text so in der Übersetzung gelitten hat. Aber dennoch will man wissen, wie's ausgeht. Tendenziell Urlaubslektüre zum Nicht-Nachdenken.
  • Holm Friebe, Sascha Lobo: "Wir nennen es Arbeit", hätte eigentlich einen Extra-Verriß-Blog-Eintrag verdient. Zielgruppt bei mir nicht. Kann nahezu keine Schlussfolgerung nachvollziehen. Für mich ist es keine neue Lebenskultur, wenn man seine Arbeit überall unterbrechen kann. Dann kann man sie auch überall wieder aufnehmen. Werde langsam, aber sicher, ein Fan von klaren Rhythmen. Wurde mir sehr deutlich bei Lektüre dieses Buches.
  • Theodor Storm "Pole Poppenspäler", Wiederholungsleserin, neue Seiten (nicht nur von Husum entdeckt), hatte vorher gelesen, T. Storm sei kein Heimatdichter, sondern einer der ersten Realisten. Muss mehr (wieder) lesen, um das bestätigen bzw. zu entkräften. Ansonsten: lesenswerte Vater-Sohn-Geschichte
  • Karl E Laage: "Theodor Storm - Leben und Werk", Auslöser für den Pole und jetzt auch "Aquis submersus". Theodor Storm hat ein interessantes Leben geführt. Da sieht man über die stilistischen Schwächen der Biographie hinweg.
  • Harrison Owen: "Open Space Technology: A User's Guide": aus gegebenem Anlass gelesen, Wissen aufgefrischt und immer mal aufkeimendes Anti-Gefühl gehabt. Großgruppenmoderation wird in deutschen Fachbüchern eher als Handlungsanweisung verkauft; in diesem Buch strotzte es nur so "wir sind so toll". Deutsche Langeweile ist nicht leicht zu lesen, diese Art von Euphorie leider auch nicht.
  • Eric Freeman: "Head First Design Patterns.", fein, fein, das. Habe dazu gelernt. Und kurzweilig interessante zirkuläre Wege ertragen.
  • Matthias Pöhm: "Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon? Der Irrtum Powerpoint", Die These, nicht alles in PP machen zu müssen, ist gut. Der Titel hätte mich bereits vorwarnen sollen. Der protzt schon so daher. Ein Plädoyer für gute Reden und Präsentationen jenseits von der Beamer-Manie. Leider ist der Autor so von sich selbst überzeugt, dass man das Buch wegen der ständigen "Ach-ich-bin-so-toll"-Attitüde nicht lesen kann. Geht gar nicht.
  • Carlos Ruiz Zafón: "Der Schatten des Windes", Grandios. Konnte nicht schlafen, musste lesen. Lernte viel, lachte, weinte. Großes Kino. Will mehr solche Bücher.

 

Dieser Blog-Post ist ein privater Beitrag von Judith Andresen.