Ich bin das Licht der Welt.

Am 06.03.2008 kam Thore zu uns. Thores Geburtstag ist auch sein Todestag. Medizinisch heißt das Totgeburt. Das klingt für alle, die das betrifft, herzlos. Die, die es erleben, nennen ihre Kinder Sternenkinder.

 

Die Begleitung von trauernden Eltern eines Sternenkindes ist nicht einfach. Der Umgang mit Tod und Sterben ist gesellschaftlich schon nahezu ein Tabu. Der Verlust eines ungeborenen Kindes sprengt den Rahmen dieses Tabus.

Die Begleitung unserer Freunde schließt ein, über Rituale nachzudenken. Thore, so flüchtig sein Leben war, gehört dazu. Und daher gibt es nun auch ein Lebenslicht für ihn. Dieses Lebenslicht findet seinen Platz neben den Taufkerzen seiner Geschwister.

 

Geleitet hat mich bei der Erstellung das Wort aus dem Johannesevangelium, welches bei Taufen gesprochen wird (Kap. 8, Vers 12): Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."

 

Die Nelke wurde in der Portraitmalerei oft als Symbol genutzt, dass der Portraitierte bei Erstellung des Bildes bereits verstorben ist. Dieses Motiv habe ich für Thores Kerze aufgenommen.

 

Dieser Blog-Post ist ein privater Beitrag von Judith Andresen.