Entschuldigung! Ich bin deutsch

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Detlef Gürtler hat sich gefragt, warum dem Deutschen Ablehnung entgegen schlägt. Und sich donnernd dazu mit der Streitschrift "Entschuldigung! Ich bin deutsch" geäußert.

 

Dennoch kann diese Streitschrift als Basis eines neues Wegs dienen. Ist es doch eine politische, pointierte, streckenweise höchst unterhaltsame und dabei polemische Analyse des heutigen Deutschlands.

Eine Streitschrift in drei Teilen

Detlef Gürtler richtet sich mit seiner Streitschrift, die parallel in sechs Ländern veröffentlicht wurde, an die Europäer. Alle nicht-deutschen Europäer. Dabei bearbeitet er drei Themenkomplexe:

  • Warum ist Deutschland aktuell so stark?
  • Mentalität der Deutschen
  • Ratschläge an Miteuropäer zum Umgang mit Deutschen

Die Beschreibung Gürtlers ist streckenweise sehr amüsant, pointiert. Zugespitzt, manchmal überspitzt. Und auch wenn ich nicht jeden Gedanken teile, hatte ich Vergnügen bei der Lektüre.

Gürtlers Fazit

Detlef Gürtler endet mit: "Schaffen Sie ein riesiges Chaos! Wie die deutsche Einheit 89/90 müsste auch die europäische Einheit komplett unkalkulierbar werden. Und dann müssen Sie den Deutschen klar machen, dass das Geld, das sie für die Rettung Europas ausgeben, nicht einfach futsch ist, sondern dass es sich um eine Investition handelt, die eine Rendite bringen kann, wie langfristig auch immer."

 

 Der Autor hat im Vorwege herausgearbeitet, dass ein verändertes Vorgehen durch die Deutschen nicht möglich sei. Das liege daran, dass der Deutsche "nur stark kann" und als Anwender der "Produktivitätspeitsche" (außer uns können das nur noch die Japaner) nicht umdenken werde (sondern ähnliche Effizienz vom Umfeld fordere). Weil er "Maßstab" sei.

 

Gürtler hofft auf das europäische Umfeld. Denn er ist sich sicher... wenn das Umfeld uns klar macht, dass die Investition in Europa sich lohnt, dann werden wir einen Weg finden, mit der Euro-Krise umzugehen.

Mein Fazit

Das Vergnügen der Lektüre verließ mich nach der Beendigung eben dieser. Der Autor, Jahrgang 1964, erfüllt alle meine Vorurteile über diese Generation. Mit dem Finger in die Wunde, analysierend, aber ohne wirklichen Ausblick.

 

Die Antwort auf das derzeitige deutsche Handeln legt Gürtler in die Hände der Miteuropäer. In Kommunikationsseminaren lernte ich, ass es eine Verhaltensänderung nur geben kann, wenn man auch selbst einen Schritt geht. Diese Weisheit wird auch für Länderkonflikte gelten. In diesem Sinne gilt es, "Entschuldigung! Ich bin deutsch" darauf hin zu analysieren, welcher der beschriebenen Eigenarten und Haltungen womöglich einem zukunftsweisenden, deutschen (Mit-)Handeln in Europa entgegen stehen.

 

Dieser Blog-Post ist ein privater Beitrag von Judith Andresen.


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