top of page

X

Newsletter

Bücherstapel (Einrichtung des Seminarliegers VILLA HENRIETTE)

Responsibility Process: Verantwortung schrittweise annehmen

Aktualisiert: 18. Nov. 2025

"Da müsste nur eine*r mal Verantwortung übernehmen" heißt es häufig in Teams und/oder Organisationen. An Stelle von Verantwortungsübernahme sind aber eher Beschuldigen + Rechtfertigungen zu hören: "Wenn Team ABC seinen Job machen würde, könnten wir auch liefern" heißt es womöglich, oder: "Der*die Dienstleister*in macht keinen guten Job. Die sind schlecht gebrieft."


Im Sinne des Responsibility Process zeigen diese Aussagen Beteiligte auf dem Weg in die Verantwortung.


Christopher Avery beschreibt einen mehrstufigen Weg in die volle + wirksame Verantwortung. Christopher Avery betont dabei, dass jede*r diesen Weg gehen kann.

„Verantwortung ist kein Zustand, sondern eine Haltung.“ (Christopher Avery)

Immer, wenn etwas schiefläuft, öffnet sich die Möglichkeit, den Weg zu gehen: beginn

end beim Leugnen, über Beschuldigen, Rechtfertigen, Beschämen + über die Verpflichtung und schließlich in der Verantwortungsübernahme endend. Alle Beteiligten können, wenn sie möchten, diesen Weg gehen.


Über Verantwortung wird nur gesprochen, wenn es nicht gut läuft

Dunkelblauer Spielball mit hellblauen Dreiecken

In die Verantwortung zu gehen, heißt nicht nur die Pflicht einer Aufgabe anzunehmen, sondern meint vor allem die Bereitschaft, für die eigenen Handlungen und deren Konsequenzen einzustehen. Es geht darum, den sprichwörtlichen Ball im Blick zu haben + im Spiel zu halten.


Infografik


Wer die Aufgabe leugnet, muss sich um die Verantwortung nicht kümmern

Hellblaue Comc-figur

Damit Menschen in die Verantwortung gehen können, müssen diese im ersten Schritt das zu verantwortende Thema anerkennen.

In Abständen erscheint es den Beteiligten einfacher, den Konflikt nicht zu gehen, die Auseinandersetzung nicht zu suchen und/oder keine Haltung zu entwickeln -- sie leugnen einfach das Thema: "Wir müssen doch einfach nur die neue Software nutzen. Das ist doch jetzt kein Change, wo wir viel drüber reden müssen. Das wird schon werden!"


Wer Andere beschuldigt oder sich rechtfertigt, muss die Verantwortung nicht annehmen

Hellblaue Comic-Figur

In Abständen erkennen die Beteiligten zwar das Thema als Problem oder Herausforderung an, sehen sich aber nicht in Verantwortung, dieses zu lösen. So enthält eine Beschuldigung "Wir hätten das schon anfangen können. Aber die Abteilung XYZ hat einfach nicht die richtige Bestellung ausgelöst." oder eine Rechtfertigung ein Anerkennen des Problems. Die Beteiligten externalisieren aber die Bearbeitung - und müssen so nicht in die Verantwortung gehen. Das Thema existiert, die gute Bearbeitung liegt aber nicht in der Macht der Beteiligten.


Die Beteiligten nehmen sich aus dem Spiel, in dem sie ihre Möglichkeiten kleinreden

Comic-Figur: Hellblaue Frau mit längeren, glatten Haaaren

Im "Beschämen" holen die Beteiligten die Bearbeitung zu sich. Dennoch gehen sie nicht in die Verantwortung. Durch das Beschämen ihrer selbst "Eigentlich müsste ich XYZ tun, dazu bin ich aber nicht ausgebildet" oder "dafür bin ich nicht gut genug" beginnen sie gar nicht mit der Bearbeitung der debattierten Aufgabe" bleiben sie passiv in Bezug auf die Aufgabe.


Verpflichtung ist der erste aktive Umgang mit der Aufgabe

Dunkelblauer Seebär mit Pfeife + Bart

Sich zu verpflichten ist häufig für die Beteiligten keine freier + guter Prozess. "Eine*r muss es ja machen" könnte die Begründung für eine Verpflichtung lauten. Oder "das muss ich ja". Auf dieser Stufe gehen die Beteiligten zum ersten Mal aktiv mit der Aufgabe um.


Dennoch fühlt sich die Verpflichtung für viele Beteiligte nicht gut an. Sie fühlen sich häufig getrieben, fühlen ein "müssen" und agieren häufig noch in Erwartungen - und setzen diese nicht selbst für sich.


In dieser Verpflichtung steckt ein Haltungswandel: die Beteiligten nehmen die Aufgaben nicht mehr hin, sondern sie agieren mit dieser. Daher steigen viele vor der Verpflichtung aus der Entwicklung aus.


Die volle Verantwortung zu übernehmen heißt Gestaltungsraum zu gewinnen


Dunkelblaue Comic-Frau  mit kurzem, gelockten Haar

Wenn die Beteiligten ihre Handlungen, ihren Handlungsspielraum, Handlungsalternativen und die erwartete und wirkliche Wirkung ihrer Handlungen abwägen und damit aktiv umgehen, gehen sie in die Verantwortung. Sie können agieren und gehen aktiv mit Konsequenzen um. In vielen Fällen fühlt sich das für die Beteiligten, selbst wenn es fachlich nicht funktionieren sollte, gut an - besser als der Status der Verpflichtung auf jeden Fall.


Den Responsibilty Process nutzen

Alle Stufen + Aussagen zur betrachteten Aufgabe sind im Sinne des Responsibility Processes Stufen hin zur Verantwortung. So können alle Organisationsmitglieder diesen Prozess nutzen, um ihre Haltung zu einer Aufgabe zu verändern: "Wenn ich ehrlich bin, stecke ich im Beschuldigen fest. Was kann mein Beitrag sein, dass wir uns gut nach vorne bewegen?"


Auch können Coaches, Organisationsentwickler*innen und Führungskräfte den Responsibility Process nutzen, in dem sie Haltung gegenüber Leugnen, Beschuldigen, Rechtfertigen, Beschämen + Verpflichten ändern: alle diese Stufe sind Schritte auf dem Weg in eine gute, befriedigende + wirksame Verantwortungsübernahme.


Dabei geht es nicht um das "Blame Game". Es geht nicht um die Zuweisung oder Zuschreibung eines Status, sondern es geht um die schlichte Frage: "Was kann ich dazu beitragen, dass die Beteiligten die nächste Stufe nehmen können?"



bottom of page