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Warum wir nicht um Aufträge pitchen

In Abständen erreichen uns über unsere zentrale E-Mail-Adresse info@judithandresen.com Aufforderungen, dass wir uns an einem Pitch eines potenziellen Kunden oder Kundin beteiligen sollten.

In kurz: Danke. Wir werden uns an dem Pitch nicht beteiligen. Wenn Ihr mit uns in eine Auftragsklärung geht, bieten wir uns gerne an.

In lang:

Wenn größere und große Firmen nach einer Begleitung Ihrer Veränderung suchen, gehen sie gerne den Weg über Pitches, um den für sie richtigen Anbieter oder die passende Anbieterin zu finden.

 

Dafür haben Menschen innerhalb ihres Systems nach Lösungen gesucht und ihre Lösung dokumentiert. Sie sind nun auf der Suche nach jemanden, der oder die diese Lösung exekutiert.

Dafür haben die Ausschreiber und -schreiberinnen

  • Organigramme gezeichnet,
  • ein Transitionsteam und dessen genaue Ziele und Methoden beschrieben,
  • im Detail ihre agile Methode beschrieben und/oder
  • ihre Abwandlung eines bekannten Frameworks "erfunden" und dokumentiert.

In allen Fällen geben die Ausschreiber und -schreiberinnen Lösungen vor. Ihr konkretes Anliegen ("Was ist verändernswert?") und der Zielraum ("Wie werden wir handeln, wenn es richtig ist?") sind im Allgemeinen den Pitchunterlagen nicht zu entnehmen. Sie erwarten, dass die Anbietenden die von ihnen ersonnene Lösung ausführen werden.

 

Häufig geben die Ausschreiber und Ausschreiberinnen daher vor, in welcher Art sie sich Unterstützung wünschen. Sie führen zu begleitende Teams, Anzahl von Anwesenheitstagen und/oder agile Artefakte vor, die zu moderieren sind.

Iterativ, inkrementell + lernend an Stelle eines (Pitch-)Plans

Damit geben die Ausschreiber und -schreiberinnen einen Plan der agilen Transition vor.

Sie beschreiben also einen klassischen Change mit einem Zielbild, dass sie als agil definieren.

  • Dabei haben sie aus dem System heraus beschrieben, wie ihre Lösung aussieht.
  • Diese Lösungsbeschreibung ist ohne Coachingimpulse erfolgt.
  • Häufig ist die Lösung von wenigen Personen für viele Personen erdacht worden.
  • Im Allgemeinen sind die vorgegebenen Lösungen analysiert und erdacht, nicht aber experimentell ausprobiert worden.

Agile Coaches entwickeln auf Basis des formulierten Anliegens der formalen Auftraggeber und -geberinnen und einer formulierten ersten Idee des Zielraums ein Transitionsdesign. Sie folgend damit den Leitlinien:

  • "Erst die Prozesse, dann die Struktur"
  • "Folge den agilen Reifegraden"
  • "Just do it"

Mit dem Transitionsdesign schlagen agile Coaches ein Transitionsdesign vor, welches den genutzten Lernzyklus und die ersten Schritte (zum Beispiel die Verfeinerung des Zielraums der Coachees) aufführt. Agile Organisationsentwickler und -wicklerinnen arbeiten in coachender Haltung. Entsprechend schlagen sie auch ein Transitionsdesign mit Lernzyklen und ersten Schritten und im Allgemeinen einen Lernzyklus auf Organisationsebene vor.

 

Die Teams und Organisationen finden so ihre Art der Zusammenarbeit -- und zwar in dem sie diese ausprobieren, nicht indem sie zum Thema Fachbücher lesen und ihre Lösung theoretisierend finden.

 

Eine agile Zusammenarbeit lässt sich nicht am Reißbrett definieren. Teams, Organisationsbereiche und/oder Organisationen entwickeln iterativ, inkrementell und lernend die für sie passenden Prozesse und leiten daraus Strukturen ab. Agile Coaches begleiten dieses Lernen.

Wir sind gute agile Coaches.

Wir begleiten Teams, Organisationen und Individuen in ihrer jeweiligen Veränderung im Sinne des agilen Manifests.

 

Wir übermitteln nicht die vorgedachte Lösung von anderen. Wir können diese Lösung auch schlecht trainieren. Wenn aber Coachees sich darauf verständigt haben, dass sie im Rahmen ihrer Transition mehr über bestimmten Methoden oder Methodenbausteine lernen möchten, trainieren wir diese gerne -- und gut. Denn dieses Training zahlt auf den Zielraum der Coachees ein.

 

Wir sind keine Interimsmanager und -managerinnen. Wir sind nicht ständig im Team und/oder in der Organisation, um auf Basis beobachteter Defizite Maßnahmen abzuleiten, diese vorzustellen und durchzuführen. Nach unserem Verständnis, sind sind die Experten und Expertinnen des Problems auch die Experten und Expertinnen für die Lösung.

 

Unsere Aufgabe ist es, das Systemverständnis der Coachees zu vergrößern, damit diese ihr System besser verstehen und sich ihrem Zielraum nähern können.

Unsere Antwort auf Eure Anfrage passt also nicht.

In Eurer Pitchanfrage habt ihr spezifiziert, wen Ihr in welchem Umfang für welche Lösung benötigt. Unsere Antwort darauf ist, dass wir ein Auftragsklärungsgespräch benötigen, um Euer Anliegen und Eure Idee des Zielraums zu verstehen. Dann können wir Euch auch zeitlich als auch monetär eine Indikation geben, wie eine Unterstützung durch uns aussehen kann.

 

Damit Ihr dieses Angebot lesen könnt, müssen wir formal alles richtig machen in der Ausschreibung. Das macht echte Arbeit. Ihr wollt zum Beispiel

  • bekannte Referenzen als Case Studys aufbereitet haben,
  • unsere Umsatzzahlen kennen,
  • Ablaufpläne im Detail ausgearbeitet haben,
  • unsere Trainingkräfte in einem von Euch vorgegebenen "Beraterprofil" kennenlernen und/oder
  • Trainingsformate im Detail vorgeplant haben.

Da unsere Antwort: "Auftragsklärung und dann sagen wir Euch, was das bedeutet" im Rahmen von Pitches nicht akzeptiert wird, sparen wir uns diese Arbeit. Diese Aussage ist mit den von Wettbewerbern -und bewerberinnen gelieferten Angeboten nicht und nur wenig vergleichbar. Sie liefert auf jeden Fall keine vergleichbaren Zahlen.

Drei Anbieter/-Bieterinnen im Vergleich suchen - Eine Anleitung

Wenn Ihr also in einem vergleichenden Verfahren jemanden für Euch finden möchtet, dann könntet Ihr das so machen:

  1. Sucht Euch drei Anbieter / -bieterinnen aus, die Ihr für Euch interessant findet.
  2. Führt mit allen drei Anbietern / -bieterinnen Auftragsklärungsgespräche.
    1.  Erläutert Euer Anliegen.
    2. Erläutert Euren Zielraum.
    3. Formuliert für Euch wichtige Leitplanken ("Thema XYZ" nicht anfassen", "Thema DEF auf jeden Fall auch auf PQR-Ebene anfassen)
  3. Lasst Euch Angebote von den drei Anbietern / -bieterinnen geben.
  4. Optional: ladet diese ein und stellt noch Detailfragen dazu.
  5. Entscheidet Euch.

Wir freuen uns auf Eure Anfragen -- und wünschen viel Erfolg bei Euren agilen Transitionen!


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