OOP 2016 | Zu viel Freiheit lähmt!

Anja Mentrup hat mit Johannes Mainusch auf der OOP 2016 zum Thema "Zu viel Freiheit lähmt!" gesprochen.

Seit Daniel Pink "Drive" wissen wir, was Mitarbeiter wirklich motiviert: Autonomy, Mastery und Purpose! Das klingt ja ganz einfach. Und in bester Absicht starten Unternehmen in die agile Transition. Sie reißen alte Abteilungsgrenzen ein, stecken die Mitarbeiter in cross-funktionale Teams und geben ihnen die Autonomie (Autonomy), richtig gut zu werden (Mastery): Eigenverantwortung und Selbstorganisation sind die Stichwörter.

 

Häufig führt diese Vorgehen nicht zu dem erhofften Effekt, endlich schnell zu liefern, sondern in eine völlige Lähmung! Warum ist das so? Diese Frage haben sich Anja Mentrup und Johannes Mainusch in dem Vortrag gestellt.

Eine zentrale These in dem Vortrag ist, dass in der besten Absicht den Mitarbeitern mehr Freiheit zu geben, vergessen wird, dass die Freiheit eigentlich schon bei der Entscheidung für die neue Arbeitsweise anfangen muss. Wenn die Mitarbeiter die Veränderung gezwungen werden und das WARUM (Purpose) nicht ausreichend adressiert wird, schlägt der Organisation geballter Änderungswiderstand entgegen. Es muss darum gehen die Mitarbeiter mitzunehmen. Die Arbeitswelt kein Wunschkonzert und die Geschäftsführung hat natürlich das Recht neue Arbeitsweisen einzuführen. Das geht aber immer besser MIT den Mitarbeitern als GEGEN die Mitarbeiter. Was ist zu tun, damit die Freiheit mitzumachen, nicht auch wieder zu Lähmung (also dem Verharren im Alten) führt?

  • Die Geschäftsführung muss sich die Frage stellen, WARUM eine neue Herangehensweise gebraucht wird, und sie muss dies auch klar kommunizieren (eigentlich trivial, wird aber immer wieder vergessen).  
  • Es muss attraktiv sein, in der "agilen Bewegung" mitzumachen. Gründe können sein, endlich erfolgreiche Projekte abzuliefern oder auch etwas spannendes Neues auszuprobieren.
  • Sicherheit in der Veränderung ist wichtig. Mit der Einführung von agilen Methoden wird die Spitze der Maslowschen Bedürfnispyramide adressiert. Die Mitarbeiter sollen die Möglichkeit haben, sich selbst optimal einzubringen, indem sie sich selbst verwirklichen können. Dabei müssen Organisationen aufpassen, dass die übrigen Bedürfnisse, insbesondere das Sicherheitsbedürfnis (Stichwort Angst um den Arbeitsplatz) ausreichend befriedigt sind. Sonst können Mitarbeiter, die neue Freiheit nicht nutzen.
  • Alle müssen Geduld haben. Veränderung braucht Zeit. Eine agile Transition ist ein Weg, den alle zusammen finden müssen. Es ist kein Umschalten, von einem auf den anderen Zustand.

Der Vortrag soll Mut machen. Auch wenn in vielen von uns ein Hang zur Lähmung steckt, haben die meisten doch auch das Bedürfnis sich zu entwickeln und Freude an guten Ergebnissen. Wichtig ist, die Rahmenbedingungen der Veränderungen gut im Blick zu haben.

Das Team der BERATUNG JUDITH ANDRESEN möchte echte Zusammenarbeit möglich machen.

 

Anja Mentrup unterstützt als agile Coach und Organisationsentwicklerin Teams und Unternehmen auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen, transparenten und wertschätzendem Miteinander.

 

Anja Mentrup spricht regelmäßig auf Konferenzen zu Themen rund um die Einführung agiler Arbeitsweisen und erfolgreichen Transitionen.

 

Die Slides zum Vortrag auf der OOP 2016 findet ihr hier


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