Taylor lebt!

Agile Software-Entwicklung ist die Forderung der Zeit. Viele Software-Teams scheitern aber bei der Einführung dieser Methoden. Wie ist dieser Widerspruch zu verstehen?

Mood: verrostete Zahnräder
Bild: morgueFile

Das Software-Team ist sich einig. Die Prinzipien hinter dem agilen Manifest und das agile Manifest selbst sprechen den Team-Mitgliedern aus dem Herzen. Diese möchten gleichberechtigt, auf Augenhöhe und mit Anerkennung des Könnens in der eigenen Disziplin ihren Teil zum Unternehmenserfolg beitragen.

 

Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen Anspruch nicht einzulösen:

  1. Das Software-Team verspricht sich von agilen Methoden eine bessere Zusammenarbeit, die vom Himmel fällt. Die Erwartungshaltung "an außen", sich zu verändern ist groß. Die eigene Bereitschaft, den entsprechenden agilen Gegenpart auszuprägen, ist nicht vorhanden. 
    Diese Teams scheitern, weil sie ihren Beitrag nicht leisten.
  2. Software-Teams arbeiten in einem Unternehmensgefüge. Und in diesem lebt Taylor weiter. Samt der Kennzahlen, für die der Taylorismus steht: Zeit, Aufwand & Qualität. Der Taylorismus legt dabei einen stärkeren Fokus auf Zeit & Aufwand, während in der agilen Denke die Qualität alles Weitere treibt. Löst das Software-Team diesen Widerspruch nicht auf, in dem es neue Kennzahlen entdeckt und weitervermittelt, wird in jeder Krisensituation das tayloristisch geprägte Gefüge in alte Muster zurückfallen.

 

Wer agil arbeiten möchte, braucht eine Organisation, die sich ebenfalls agil entwickeln möchte - oder das Software-Team muss einen Übersetzungsmechanismus und einen Puffer entwickeln, um tayloristische Anfragen nicht in voller Wirkmacht aufs Team durchschlagen zu lassen.


 

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