Vertrauen ist besser

"Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser" sagen klassische Manager. Die agile Bewegung hält entgegen: "... and trust them to get the job done".

 

Wann erfolgt Kontrolle, und welche Funktion hat sie? Eine weitere Frage, die klassische und agile Manager unterschiedlich beantworten. 

Mood: Hazard Warning
Bild: MorgueFile

In der klassischen Managementwelt wird eine Aufgabe durch die Führungskraft definiert und an den Mitarbeiter delegiert. Durch Kontrolle stellt die Führungskraft sicher, dass die Aufgabe zur Zufriedenheit der Führungskraft gelöst wird.

"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser"

ist der Spruch, der dieses Vorgehen manifestiert. Der Funktionsmeister hat seine Aufgabe erhalten, die führende, planende Hand kontrolliert das ausführende Organ. Welche Gefahren liegen in diesem Vorgehen?

  • Manager prüfen im Detail nach, was los ist, beginnen zu organisieren und verlieren sich darin. Sie leiten nicht mehr, sie organisieren. Die große Idee geht verloren.
  • Mitarbeiter haben das Gefühl, dass ihnen die übertragene Aufgabe nicht zugetraut wird. Sie verlieren ihre Motivation. Das Arbeitsergebnis wird schlechter.

Im agilen Vorgehen haben die Führungskraft und der Mitarbeiter zusammen das Ziel der Aufgabe abgesteckt. 

"Give them the environment and support they need, and trust them to get the job done."

Die Führungskraft hat mögliche "Störfeuer" aus dem Weg zu schaffen und für eine gute Arbeitsumgebung zur sorgen. Der Mitarbeiter hat die Aufgabe zu erfüllen. Eine Kontrolle bzw. Absprache findet dann statt, wenn einer der beiden die Durchführung gefährdet sieht.Welche Gefahren liegen in diesem Vorgehen?

  • Die Führungskraft delegiert die Aufgabe und überschätzt die Fähigkeiten des Mitarbeiters. Der Mitarbeiter übersieht im Folgenden Umstände, die in der Erfahrungswelt der Führungskraft bereits vorhanden sind.
  • Der Mitarbeiter überschätzt seine Fähigkeiten und meldet sich zu spät zurück. Es werden damit Ressourcen verschwendet.

Viele empfinden es als Befreiung, agil geführt zu werden. Der eigene Kopf ist gefragt. Gleichzeitig liegt in diesem Vorgehen eine große Herausforderung: Freiheit heißt Verantwortung.

 

Der Wechsel von einer Führungsart in die andere ist nicht leicht. Aber der Kultur-Schock lohnt sich, wenn das erreichte Bild die Grundwerte aller im jeweiligen Unternehmen besser abbildet.


 

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