Eine Ressource will ich nicht sein!

Das Unternehmen wächst. Die Teams und die Leitung brauchen Unterstützung bei der Personalgewinnung und -verwaltung. Alles klar: ein HR-Team muss her!


HR steht für Human Resources. Menschliche Ressourcen. Wirklich?

Diese Bezeichnung macht das Bild klar: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tun ihre Arbeit im Sinne eines großen Plans. Sie sind die ausführenden Elemente. Entsprechend werden diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als Ressourcen verwaltet und organisiert.

 

Der planende Kopf und die Ausführung sind getrennt. Um die Planung zu erfüllen, brauche ich Ressourcen. Um möglichst effizient ausführen zu können, werden in diesen Unternehmen feste Organisationsstrukturen etablieren. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der gleichen Organisationseinheit sind austauschbar bei der Ausführung. 

 

Der Mensch in der Organisation wird also wie eine Sache behandelt. Wenn das im klassischen Umfeld gilt, gilt das dann auch im agilen Kontext?

 

 

Benennungen und Titel prägen uns und unsere Erwartungen. Wenn wir uns einer klassischen Bezeichnung bedienen, werden die damit verbundenen Erwartungen implizit in ein agiles Gefüge übernommen.

 

Die wenigsten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hinterfragen bei einer bekannten Bezeichnung, die häufig im klassischen Gefüge genutzt wird, die Rollenausprägung und Funktion für ein agiles Gefüge. Stillschweigend wird das im klassischen Umfeld geprägte Bild im agilen Umfeld übernommen. Wenn Konflikte oder Schwierigkeiten rund um diese Position oder Organisationseinheit auftreten, werden sich viele implizite Annahmen über den Satz "Aber es war doch klar, dass... " zeigen.

 

Im konketen Fall heißt das: Wenn wir ein Team oder eine Abteilung namens "Human Resouces" mit der Personalorganisation beauftragen, vermitteln wir nach innen und außen ein bestimmtes Bild:

 

Mit "Human Resources" verdinglichen wir die Menschen in unserer Organisation.

 

Wer dieses Bild nicht vermitteln möchte, braucht einen anderen Namen für diese Organisationseinheit.Agile Zusammenarbeit setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das agile Manifest fordert als zuoberst:

 

Individuals and interactions over processes and tools

 

Eine verdinglichte Sicht von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich in (meist starren) Prozessen und einer (häufig fixen) Methodenmix zeigt, steht auf der rechten Seite der Forderung. Mit dem agilen Manifest wird die Beachtung und Wertschätzung aller Beteiligten und eine direkte Kommunikation eingefordert.

 

Entsprechend sollte ein agiles Unternehmen einen Namen für das Team oder die Organisationseinheit finden, die diesen Anspruch gerecht wird.

 

Allgemeiner: Wer im Unternehmenswachstum einer agilen Organsation neue Aufgabenfelder entdeckt, sollte über die Benennung dieser neuen Felder gut nachdenken. Der gefundene und benutzte Name wird das Ergebnis mitbestimmen.


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