Mut - ein agiler Wert

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"Mut" wird von vielen agilen Coaches als Kernwert beschrieben. Mut ist wichtig und eröffnet Wege.

 

Der Wert tritt im agilen Arbeiten hinter Transparenz und Feedback zurück.

 

Wenn ein Team oder im größeren Fall ein Unternehmen mit vielen Teams auf den Weg macht, agil zu werden, erfordert dies von den Beteiligten sehr schnell eine Wertedebatte.

  • Kooperative Entscheidungen stehen gegen direktive Führung.
  • Lernen im Team steht gegen Schuldzuweisungen.
  • Iteratives Arbeiten steht gegen den großen Plan.
  • "minimal viable product" steht gegen Perfektionsanspruch.
  • Manchmal stehen Pull-Systeme gegen Push-Denken.

 

Dass diese Wertedebatte erfolgt, ist naheliegend, denn Struktur/Prozesse, Kultur und Ziele bilden ein ähnliches Abhängigkeitsdreieck für eine Organisation, wie es Zeit, Qualität und Aufwand fürs Projektmanagement tun.

Abhängigkeitsdreieck für Organisationen
Abhängigkeitsdreieck für Organisationen

Änderungen an einer "Ecke" werden Auswirkungen und Konseqenzen auf die anderen Ecken haben. Durch die Einführung agiler Projektmethoden stellt sich die Frage nach der Unternehmenskultur neu. Auch das Unternehmensziel kann zum Disposition stellen.

 

In der Wertedebatte einigen sich viele Beteiligte schnell auf folgende Kernwerte:

  • Offenheit für Feedback
  • Transparenz im Vorgehen (auf allen Ebenen)
  • Möglich machen / Selbstorganisation
  • Mut
  • Eigenverantwortung
  • Einfachheit

Einige dieser Werte haben -- auch wenn sie in einem Zielbild der agilen Transition formuliert sind -- eine natürliche Halbwertszeit. Denn sie sind besonders wichtig während der Organisationsveränderung von einem klassisch-hierarchischen in ein agiles System.

 

Insbesondere Mut wird in System mit einem hohen Agilitätsgrad nicht mehr in dem Maße notwendig sein -- die Widerstände und "So-wie-beim-letzten-Mal"-Hindernisse, die aus der klassisch-hierarchischen Welt stammen, sind dann aus dem Weg geräumt. Während der agilen Transition hingegen erfordert es Mut , diese Hindernisse, Denkmuster und Erwartungshaltungen zu hinterfragen und neues Verhalten zu entwickeln.

 

Die agilen Wertvorstellungen sind mit dem Erreichen von erwünschten und definierten Prozessen genauso zu hinterfragen. Eine agile Transition ist ein komplexes Projekt -- auch hier greift die agile Vorgehensweise, iterativ das Vorgehen zu überprüfen und die Zielsetzung zu justieren, falls dies notwendig ist.

 

Dabei können die Beteiligten entdecken, dass Werte, die vormals wichtig waren, im Alltag zurückstecken, weil durch ein anderes Vorgehen und Selbstverständnis diese Werte nicht mehr in dem Maße gebraucht werden.


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